RATGEBER · SCHUFA SCORE

Umschuldung Schufa Score: Bonität richtig einordnen und Daten prüfen

Der Schufa-Score kann die Konditionen und Chancen einer Umschuldung beeinflussen, entscheidet aber nicht allein über den neuen Kredit. Seit März 2026 gilt ein neuer Score von 100 bis 999 Punkten mit zwölf transparent beschriebenen Kriterien.

Entscheidend ist, den Punktewert nicht isoliert zu betrachten: Banken prüfen zusätzlich Einkommen, Ausgaben, bestehende Verpflichtungen, Kreditsumme und Laufzeit. Vor dem Antrag sollten deshalb sowohl Schufa-Daten als auch die eigene Haushaltsrechnung stimmen.

Aktualisiert am 22. September 2026 · Ausführlicher Ratgeber
AArgentalis · Finanzinformationen
Person vergleicht Schufa-Score, Restschuld und Unterlagen für eine Umschuldung
Argentalis RatgeberSeit März 2026: neuer Schufa-Score von 100 bis 999 Punkten – aber die Bank entscheidet weiterhin selbst.
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01 · EINORDNUNG

Umschuldung und Schufa Score: Was der Wert tatsächlich aussagt

Der Schufa-Score kann bei einer Umschuldung eine wichtige Rolle spielen, ist aber nicht mit der gesamten Kreditentscheidung gleichzusetzen. Er ist eine statistische Einschätzung der Kreditwürdigkeit auf Basis der bei der Schufa gespeicherten Informationen. Ob eine Bank einen neuen Kredit zur Ablösung bestehender Verbindlichkeiten anbietet, hängt zusätzlich von Einkommen, laufenden Ausgaben, bestehenden Verpflichtungen, Kreditsumme, Laufzeit und den eigenen Annahmekriterien des Kreditgebers ab.

Für eine Umschuldung ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Der neue Kredit ersetzt einen oder mehrere bestehende Verträge und wird deshalb wie ein neuer Finanzierungsantrag geprüft. Ein hoher Schufa-Score kann die Ausgangslage verbessern, garantiert aber weder eine Zusage noch einen bestimmten Zinssatz. Umgekehrt bedeutet ein schwächerer Score nicht automatisch, dass jede Umschuldung ausgeschlossen ist.

Wer den eigenen Score beurteilen möchte, sollte daher zwei Ebenen trennen: Was sagt die Schufa über die gespeicherten Daten aus? Und wie bewertet die konkrete Bank die gesamte finanzielle Situation? Diese Trennung verhindert, dass ein einzelner Zahlenwert überinterpretiert wird.

02 · NEUER SCORE

Der neue Schufa-Score 2026: 100 bis 999 Punkte statt Prozentwert

Seit dem 17. März 2026 stellt die Schufa Verbraucherinnen und Verbrauchern einen neuen Score auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten bereit. Nach Angaben der Schufa setzt sich dieser Wert aus zwölf transparent beschriebenen Kriterien zusammen. Der frühere Basis-Score in Prozent lässt sich nicht einfach in den neuen Punktewert umrechnen; beispielsweise entsprechen 98 Prozent nicht automatisch 980 Punkten.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Umstellung schrittweise erfolgt. Bei Einführung nutzte nur ein Teil der Schufa-Vertragspartner bereits den neuen Score, sodass in der Übergangsphase weiterhin andere beziehungsweise ältere Branchen-Scores vorkommen können. Wer wissen möchte, welcher Score bei einer konkreten Bankanfrage verwendet wurde, muss dies im Zweifel beim jeweiligen Unternehmen klären.

Quellen: Verbraucherzentrale zum neuen Schufa-Score und Schufa: neuer Score und kostenloser Account.

03 · SCOREKLASSEN

Welche Schufa-Scoreklassen gelten 2026?

Die Schufa ordnet den neuen Punktewert in Klassen ein. Nach ihrer aktuellen Darstellung gilt für die Bankenbranche: 776 bis 999 Punkte = hervorragend, 709 bis 775 = gut, 642 bis 708 = akzeptabel und 100 bis 641 = ausreichend. Bei offenen Zahlungsstörungen kann statt eines Punktewerts die Klasse „ungenügend“ beziehungsweise kein Score ausgewiesen werden.

Diese Klassen sind keine verbindlichen Kreditgrenzen. Die Schufa selbst entscheidet nicht darüber, ob eine Umschuldung genehmigt oder abgelehnt wird. Banken können intern andere Mindestanforderungen setzen und zusätzlich die Haushaltsrechnung, Beschäftigungssituation, Kredithöhe oder bestehende Verbindlichkeiten berücksichtigen. Zwei Antragsteller mit demselben Schufa-Wert können deshalb unterschiedliche Angebote erhalten.

Für die Praxis ist die Scoreklasse eher ein Orientierungsrahmen als ein Freigabesignal. Wer eine Umschuldung plant, sollte den Score mit den tatsächlichen Kreditdaten zusammendenken: Restschuld, Ablösebetrag, Monatsrate, Laufzeit und frei verfügbares Einkommen sind für die Tragbarkeit mindestens ebenso relevant. Quelle: Schufa: Scoreklassen und Kriterien.

04 · KREDITPRÜFUNG

Warum der Schufa-Score allein keine Umschuldung entscheidet

Eine Umschuldung ist rechtlich ein neuer Kreditvertrag. Bei einem Verbraucherdarlehen muss der neue Kreditgeber deshalb vor Vertragsabschluss die Kreditwürdigkeit prüfen. § 505a BGB verlangt diese Prüfung ausdrücklich. Bei Allgemein-Verbraucherdarlehen darf der Vertrag nur abgeschlossen werden, wenn aus der Prüfung keine erheblichen Zweifel daran hervorgehen, dass die Verpflichtungen vertragsgemäß erfüllt werden können.

Nach § 505b BGB können bei Allgemein-Verbraucherdarlehen sowohl Angaben des Darlehensnehmers als auch erforderlichenfalls Informationen von Auskunfteien Grundlage der Prüfung sein. Der Schufa-Score ist damit ein möglicher Baustein, aber nicht die vollständige Bonitätsprüfung. Eine Bank kann beispielsweise trotz gutem Score ablehnen, wenn die Haushaltsrechnung zu knapp ist oder die gewünschte Kreditsumme nicht zum verfügbaren Einkommen passt.

Quellen: § 505a BGB und § 505b BGB. Für eine abgelehnte Finanzierung erklärt Umschuldung Kredit abgelehnt, welche weiteren Punkte geprüft werden sollten.

05 · KRITERIEN

Welche Daten fließen in den neuen Schufa-Score ein?

Die Schufa nennt für den neuen Score zwölf Kriterien. Dazu gehören unter anderem Zahlungsstörungen, das Alter bestimmter Bankverträge und Kreditkarten, das Alter der aktuellen Adresse, der jüngste Rahmenkredit, Anfragen und Abschlüsse rund um Girokonten und Kreditkarten, bestimmte Anfragen außerhalb des Bankenbereichs, aufgenommene Ratenkredite, deren Restlaufzeit sowie der Kreditstatus. Die Bewertung erfolgt nicht anhand eines einzelnen Merkmals, sondern aus dem Zusammenspiel dieser Kriterien.

Für eine geplante Umschuldung sind besonders die kreditbezogenen Kriterien relevant. Die Schufa beschreibt beispielsweise, dass mehrere neu aufgenommene Ratenkredite innerhalb eines kurzen Zeitraums oder lange Restlaufzeiten den neuen Score ungünstiger beeinflussen können. Ein positiv erledigter Ratenkredit kann im Kriterium Kreditstatus dagegen besser bewertet werden als ein noch offener Kredit.

Diese Mechanik bedeutet nicht, dass man Verträge allein „für den Score“ kündigen oder eröffnen sollte. Finanzielle Entscheidungen sollten wirtschaftlich sinnvoll sein. Der Score kann sich im Zeitverlauf mit den zugrunde liegenden Daten verändern, doch ein kurzfristiger Eingriff nur zur Optimierung eines Zahlenwerts kann neue Kosten oder andere Nachteile verursachen. Quelle: Schufa: Daten und Kriterien des Scores.

06 · RATENKREDITE

Was bestehende Ratenkredite für Score und Umschuldung bedeuten

Bestehende Ratenkredite haben bei einer Umschuldung eine doppelte Bedeutung. Einerseits fließen bestimmte Informationen über Ratenkredite in den neuen Schufa-Score ein. Andererseits berücksichtigt die Bank die monatliche Belastung und die Restschuld unmittelbar in ihrer eigenen Kreditentscheidung. Deshalb kann eine Umschuldung auch bei einem grundsätzlich guten Score unattraktiv oder nicht tragbar sein, wenn die Gesamtverschuldung zu hoch ist.

Die Schufa nennt die Zahl neu aufgenommener Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten sowie die längste Restlaufzeit aller Ratenkredite als eigene Scorekriterien. Das macht verständlich, warum häufige neue Finanzierungen und sehr lange Restlaufzeiten statistisch anders bewertet werden als ein stabiler Vertragsverlauf. Für die Bank bleibt trotzdem entscheidend, ob der neue Umschuldungskredit in die konkrete Haushaltsrechnung passt.

Bei mehreren laufenden Darlehen hilft eine vollständige Bestandsaufnahme: aktuelle Restschuld, tatsächlicher Ablösebetrag, Zinssatz, Monatsrate und Restlaufzeit jedes Vertrags. Der Ratgeber Ratenkredite umschulden zeigt, wie mehrere Ratenkredite strukturiert verglichen werden können.

07 · ANFRAGEN

Kreditanfragen, Kontoanfragen und der neue Score: nicht alles ist dasselbe

Beim neuen Schufa-Score ist wichtig, nicht pauschal von „jeder Anfrage“ zu sprechen. Die Schufa führt unter anderem ein Kriterium für Anfragen und Abschlüsse zu Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten sowie ein separates Kriterium für bestimmte Anfragen außerhalb des Bankenbereichs. Bei diesen Kriterien werden mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen nach Angaben der Schufa nur einmal gezählt.

Für eine Umschuldung folgt daraus keine Empfehlung, möglichst viele vollständige Kreditanträge zu stellen. Auch wenn einzelne Schufa-Kriterien transparent geworden sind, bewertet die jeweilige Bank zusätzlich die gesamte Antragshistorie und ihre eigenen Risikodaten. Sinnvoller ist es, zunächst ein realistisches Finanzierungsszenario zu erstellen und dann gezielt zu vergleichen.

Vor einer Anfrage sollte deshalb geklärt werden, ob ein Anbieter zunächst nur Konditionen prüft oder bereits einen vollständigen Kreditantrag verarbeitet, welche Daten dabei abgefragt werden und wie lange Informationen gespeichert bleiben. Pauschale Aussagen wie „jede Anfrage senkt den Score sofort“ oder „Anfragen sind völlig egal“ sind zu ungenau.

08 · ZAHLUNGSSTÖRUNGEN

Offene und erledigte Zahlungsstörungen sind besonders relevant

Zahlungsstörungen gehören zu den wichtigsten Informationen im neuen Schufa-Modell. Nach aktueller Darstellung der Schufa wird bei offenen Zahlungsstörungen kein normaler Punkte-Score berechnet; stattdessen wird die Information über die bestehende Zahlungsstörung übermittelt. Erledigte Zahlungsstörungen können weiterhin berücksichtigt werden und verlieren mit der Zeit an Einfluss.

Für eine Umschuldung ist dieser Unterschied entscheidend. Eine offene, unbeglichene Forderung oder ein laufendes Insolvenzthema ist etwas anderes als ein älterer, bereits erledigter Sachverhalt. Der neue Kreditgeber bewertet zusätzlich, ob die gewünschte Finanzierung die Situation tatsächlich stabilisiert oder ob die monatliche Belastung weiterhin zu hoch wäre.

Die Schufa nennt für erledigte Zahlungsstörungen grundsätzlich eine Speicherdauer von drei Jahren nach Erledigung; für bestimmte Insolvenz- und Registerdaten gelten andere Fristen. Maßgeblich ist immer der konkrete Datensatz. Quellen: Schufa: Zahlungsstörungen im neuen Score und Schufa: Speicherfristen.

09 · DATEN PRÜFEN

Schufa-Daten vor der Umschuldung kontrollieren

Bevor ein größerer Umschuldungsantrag gestellt wird, kann es sinnvoll sein, die bei der Schufa gespeicherten Daten zu prüfen. Verbraucher können eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anfordern; die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Auskunft kostenfrei erhältlich ist. Zusätzlich bietet die Schufa inzwischen einen kostenlosen digitalen Account mit Einblick in Daten und neuen Score.

Bei der Prüfung sollte nicht nur auf den Punktewert geschaut werden. Wichtiger ist, ob Verträge, Kreditstatus, Adressen und Zahlungsinformationen korrekt und aktuell sind. Ein Score, der auf fehlerhaften Daten basiert, sollte nicht einfach hingenommen werden. Fehlerhafte, unzulässige oder veraltete Informationen können gegenüber der Auskunftei beziehungsweise dem meldenden Unternehmen beanstandet werden.

Eine Korrektur ist allerdings keine Garantie für eine Kreditzusage. Selbst bei vollständig richtigen Schufa-Daten muss die neue Bank die eigene Kreditwürdigkeitsprüfung durchführen. Quelle: Verbraucherzentrale: Auskunft und Korrektur bei Auskunfteien.

10 · SCORE VERBESSERN

Schufa-Score verbessern: Was realistisch ist – und was nicht

Der neue Score macht erstmals deutlich transparenter, welche Kriterien und Punktgewichte verwendet werden. Trotzdem gibt es keinen seriösen „Sofort-Trick“, mit dem sich eine Umschuldung innerhalb weniger Tage garantiert verbessern lässt. Manche Kriterien verändern sich erst mit Zeit, Vertragsalter, erledigten Krediten oder dem Ablauf gespeicherter Informationen.

Ein sinnvoller Ansatz besteht darin, zuerst Fehler zu korrigieren, offene Verpflichtungen geordnet zu bedienen und unnötige neue Finanzierungen zu vermeiden. Bestehende Verträge sollten nicht allein aus Score-Gründen gekündigt werden, wenn dadurch wirtschaftliche Nachteile entstehen. Ein älterer stabiler Bankvertrag kann im neuen Score sogar positiv berücksichtigt werden.

Wer eine Umschuldung plant, sollte deshalb nicht ausschließlich auf die maximale Punktzahl hinarbeiten. Ziel ist eine tragfähige Finanzierung mit sauberer Datenlage, angemessener Kreditsumme und realistischer Rate. Der Score ist dabei ein Teil des Gesamtbildes, nicht das eigentliche Finanzierungsziel.

11 · HAUSHALTSRECHNUNG

Warum ein guter Score bei knapper Haushaltsrechnung nicht reicht

Eine Person kann einen guten oder hervorragenden Schufa-Score haben und trotzdem keinen passenden Umschuldungskredit erhalten. Die Bank prüft zusätzlich, wie viel Einkommen nach Miete, Lebenshaltung, Versicherungen, Unterhalt, Leasing und anderen Kreditraten tatsächlich verfügbar bleibt. Ist der monatliche Puffer zu klein, kann die Finanzierung trotz positiver Auskunfteidaten scheitern.

Gerade bei einer Umschuldung sollte der Vergleich deshalb nicht nur lauten: „Ist mein Score hoch genug?“, sondern auch: „Ist die neue Rate dauerhaft tragbar?“ Eine längere Laufzeit kann die Monatsrate reduzieren, gleichzeitig aber die Gesamtkosten erhöhen. Ein niedrigerer Zinssatz ist ebenfalls nicht automatisch vorteilhaft, wenn der Vertrag deutlich länger läuft.

Vor einem neuen Antrag empfiehlt sich eine realistische Haushaltsrechnung mit Durchschnittswerten und einem Sicherheitsabstand. Wer bereits weiß, dass die laufenden Zahlungen kaum zu tragen sind, sollte nicht versuchen, allein über den Score eine Zusage zu erzwingen, sondern die gesamte finanzielle Situation neu ordnen.

12 · ZINSSATZ

Beeinflusst der Schufa-Score den Zinssatz einer Umschuldung?

Der Score kann indirekt Einfluss auf angebotene Konditionen haben, weil Banken Bonitätsinformationen in ihre Risikobewertung einbeziehen. Es gibt aber keinen allgemein gültigen Zinssatz für einen bestimmten Schufa-Punktestand. Kreditgeber verwenden unterschiedliche Preismodelle und berücksichtigen neben Auskunfteidaten beispielsweise Einkommen, Beschäftigungsdauer, Kreditsumme, Laufzeit und bestehende Verpflichtungen.

Deshalb sollte ein Kreditangebot immer über den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag verglichen werden, nicht über Werbeaussagen oder den Sollzins allein. Eine bessere Scoreklasse kann die Ausgangslage verbessern, garantiert aber nicht automatisch den niedrigsten beworbenen Zinssatz.

Wer mehrere Angebote vergleicht, sollte dieselbe Kreditsumme und möglichst dieselbe Laufzeit gegenüberstellen. Nur dann lässt sich erkennen, ob die Umschuldung tatsächlich günstiger wird. Der Ratgeber Umschuldung günstige Zinsen zeigt, welche Kosten neben der Monatsrate berücksichtigt werden sollten.

13 · ABLEHNUNG

Was tun, wenn die Umschuldung trotz gutem Schufa-Score abgelehnt wird?

Eine Ablehnung trotz gutem Schufa-Wert ist möglich und kein Widerspruch. Der Score bildet nur einen Teil der Risikoprüfung ab. Eine zu hohe Kreditsumme, wenig frei verfügbares Einkommen, eine kurze Beschäftigungsdauer, schwankende Einkünfte, nicht plausible Unterlagen oder interne Kreditrichtlinien können ebenfalls ausschlaggebend sein.

Nach einer Ablehnung sollte daher zunächst geprüft werden, ob der gewünschte Ablösebetrag korrekt ist und ob zusätzliche Liquidität unnötig in den Antrag aufgenommen wurde. Ebenso lohnt sich die Kontrolle der Haushaltsrechnung und der eingereichten Angaben. Mehrere neue Anträge ohne Veränderung der Ausgangslage lösen das Grundproblem in der Regel nicht.

Eine ausführliche Ursachenprüfung finden Sie unter Umschuldung Kredit abgelehnt. Dort wird erklärt, wie Schufa-Daten, Einkommen, Verpflichtungen, Ablösebetrag und Alternativen getrennt geprüft werden können.

14 · OHNE SCHUFA

„Umschuldung ohne Schufa“ richtig einordnen

Die Formulierung „ohne Schufa“ kann missverständlich sein. Eine Bank, die einen Verbraucherdarlehensvertrag abschließt, muss die Kreditwürdigkeit prüfen. § 505a BGB verlangt diese Prüfung; § 505b BGB beschreibt mögliche Grundlagen. Eine Finanzierung ohne jede Bonitätsprüfung ist daher nicht das gleiche wie eine Finanzierung, bei der eine bestimmte Auskunftei nicht oder anders einbezogen wird.

Bei Angeboten, die mit garantierter Zusage, vollständig fehlender Bonitätsprüfung oder hohen Vorauszahlungen werben, ist besondere Vorsicht sinnvoll. Seriöse Kreditentscheidungen hängen von überprüfbaren finanziellen Daten ab. Ein schwächerer Schufa-Score sollte deshalb nicht dazu führen, unklare Vermittlungs- oder Finanzsanierungsangebote anzunehmen.

Der Ratgeber Umschuldung ohne Schufa erläutert diese Abgrenzung ausführlich und zeigt, warum „keine Schufa-Abfrage“ und „keine Kreditwürdigkeitsprüfung“ nicht dasselbe sind.

15 · KEIN SCORE

Warum manchmal gar kein Schufa-Score angezeigt wird

Ein fehlender Score bedeutet nicht automatisch dasselbe wie ein niedriger Punktewert. Nach Angaben der Schufa kann kein Score angezeigt werden, wenn offene Zahlungsstörungen vorliegen, wenn eine Person noch nicht beziehungsweise erst sehr kurz im Datenbestand bekannt ist oder wenn nicht genügend Informationen für eine belastbare Berechnung vorhanden sind. Bei Minderjährigen wird ebenfalls kein Score berechnet.

Für eine Umschuldung ist die Ursache entscheidend. Ein fehlender Score wegen sehr geringer Datenbasis ist anders zu bewerten als ein fehlender Score wegen offener Zahlungsstörungen. Die Bank kann außerdem weitere Informationen einholen und muss ihre eigene Kreditwürdigkeitsprüfung durchführen.

Wer keinen Score sieht, sollte deshalb zunächst die Datenkopie beziehungsweise den Schufa-Account prüfen und nicht vorschnell von einer schlechten Bonität ausgehen. Quelle: Schufa: Gründe für einen fehlenden Score.

16 · UMSCHULDUNG PLANEN

Umschuldung mit Schufa-Score sinnvoll vorbereiten

Eine gute Vorbereitung beginnt nicht mit dem Kreditantrag, sondern mit den bestehenden Verträgen. Für jeden Kredit sollten Restschuld, Ablösebetrag zum geplanten Stichtag, Monatsrate, Effektivzins und Restlaufzeit vorliegen. Erst danach lässt sich bestimmen, welche neue Kreditsumme tatsächlich benötigt wird.

Im zweiten Schritt werden Schufa-Daten und Haushaltsrechnung geprüft. Sind Einträge falsch, sollte zunächst die Korrektur geklärt werden. Ist die Haushaltsrechnung knapp, hilft ein höherer Score allein nicht. Dann muss geprüft werden, ob die Kreditsumme reduziert, auf Zusatzliquidität verzichtet oder eine andere Lösung gewählt werden sollte.

Erst im dritten Schritt lohnt sich der Konditionsvergleich. Angebote sollten mit identischer oder zumindest vergleichbarer Kreditsumme und Laufzeit bewertet werden. Die neue Finanzierung ist nur dann eine Verbesserung, wenn Rate, Laufzeit, Gesamtkosten und finanzielle Reserve zusammenpassen.

17 · MYTHEN

Häufige Irrtümer zum Schufa-Score bei einer Umschuldung

Mythos 1: „Ein hoher Score garantiert den Kredit.“ Falsch. Die Bank entscheidet selbst und prüft zusätzliche finanzielle Daten. Mythos 2: „Der neue Score ist einfach der alte Prozentscore mal zehn.“ Ebenfalls falsch; die Systeme sind nicht 1:1 umrechenbar. Mythos 3: „Jede Anfrage wirkt identisch.“ Zu pauschal, denn der neue Score unterscheidet verschiedene Anfragearten und Zeiträume.

Mythos 4: „Ein niedrigerer Score lässt sich sofort reparieren.“ Nur fehlerhafte Daten können unmittelbar korrigiert werden; viele legitime Kriterien verändern sich erst mit Zeit oder neuen Vertragsinformationen. Mythos 5: „Die Schufa entscheidet über die Umschuldung.“ Nein. Die Entscheidung trifft der Kreditgeber nach seiner eigenen Prüfung.

Diese Unterschiede sind wichtig, weil falsche Annahmen zu unnötigen Verträgen oder wiederholten Anträgen führen können. Der sinnvollste Ansatz besteht darin, korrekte Daten sicherzustellen und anschließend die gesamte Finanzierungsstruktur zu verbessern.

18 · CHECKLISTE

Checkliste: Schufa-Score vor einer Umschuldung prüfen

1. Aktuellen Schufa-Score und gespeicherte Daten einsehen. 2. Prüfen, ob der neue 100-bis-999-Score oder noch ein anderer Branchen-Score relevant ist. 3. Fehlerhafte oder veraltete Daten beanstanden. 4. Offene Zahlungsstörungen nicht ignorieren, sondern zuerst klären.

5. Alle laufenden Kredite mit Restschuld und Ablösebetrag erfassen. 6. Haushaltsrechnung mit realistischen Ausgaben erstellen. 7. Zusatzliquidität vom eigentlichen Ablösebedarf trennen. 8. Nicht nur die Monatsrate, sondern Effektivzins, Laufzeit und Gesamtbetrag vergleichen.

9. Einen guten Score nicht als Kreditzusage missverstehen. 10. Bei einer Ablehnung zuerst die Ursache prüfen. 11. Angebote mit garantierter Zusage oder unklaren Vorkosten meiden. 12. Die Umschuldung nur abschließen, wenn sie die finanzielle Situation nachvollziehbar verbessert.

HÄUFIGE FRAGEN

Häufige Fragen zum Schufa-Score bei einer Umschuldung

Kurz erklärt: Scoreklassen, neuer Punktewert, Kreditentscheidung, Datenprüfung und Ablehnungsgründe.

Es gibt keinen allgemein verbindlichen Mindestscore für eine Umschuldung. Die Schufa ordnet 776 bis 999 Punkte als hervorragend, 709 bis 775 als gut, 642 bis 708 als akzeptabel und 100 bis 641 als ausreichend ein. Banken entscheiden jedoch selbst und berücksichtigen zusätzlich Einkommen, Ausgaben, Kreditsumme und weitere Daten.

Nein. Seit dem 17. März 2026 erhalten Verbraucher für den neuen Schufa-Score einen Punktewert zwischen 100 und 999. Der frühere Basis-Score in Prozent lässt sich nicht 1:1 in diesen Punktewert umrechnen.

Nein. Ein hoher Score kann die Ausgangslage verbessern, garantiert aber weder eine Zusage noch einen bestimmten Zinssatz. Der Kreditgeber führt eine eigene Kreditwürdigkeitsprüfung durch und berücksichtigt weitere finanzielle Faktoren.

Ja. Verbraucher können eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anfordern. Die Schufa bietet außerdem einen kostenlosen digitalen Account mit Einblick in Daten und den neuen Score. Fehlerhafte Informationen sollten korrigiert werden.

Mögliche Gründe sind eine zu hohe beantragte Summe, wenig frei verfügbares Einkommen, bestehende Verpflichtungen, schwankende Einkünfte, unvollständige Unterlagen oder interne Kriterien des Kreditgebers. Der Schufa-Score ist nur ein Teil der Prüfung.

Ein fehlender Score kann unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel offene Zahlungsstörungen oder eine zu geringe Datenbasis. Die Ursache sollte in den gespeicherten Schufa-Daten geprüft werden; ein fehlender Score ist nicht automatisch dasselbe wie ein niedriger Score.

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